Schulterschluss der Bio-Branche Biofachhandel zeigt sich angesichts von Dürre und Futtermangel solidarisch mit den Schrozberger Milchbauern

Mittwoch, 9. September 2026

Bis zu 50% weniger Futter und rund 20% weniger Milch - das ist das Ergebnis der extremen Sommerdürre in der Region der Schrozberger Milchbauern. Die Vorstände der Molkereigenossenschaft haben schnell reagiert und rund 350 Tonnen Demeter-Heu aus anderen Teilen Deutschlands zugekauft. Und der Bio-Fachgroßhandel beteiligt sich an den hohen Transportkosten: denn´s Biomarkt, biocompany, Alnatura, Bodan, ebl, Handelskontor Willmann, Rinklin und Weiling tragen ganz konkret zur finanziellen Entlastung der Landwirte und Landwirtinnen bei.

Die Schrozberger Milchbauern müssen nun keine Notschlachtungen an Kühen durchführen, wie dies in anderen Regionen Süddeutschlands bereits der Fall ist. Die Schrozberger Milchkühe werden mit ausreichend gutem Futter durch den Winter kommen – eine große Erleichterung für die extrem belasteten Bauern und Bäuerinnen.

„Keiner macht sich ein Bild davon, was es heißt, die eigenen Kühe nicht füttern zu können, draußen nur Steppe, und ständig diese Hitze. Ich erlebe den aktuellen Schulterschluss der Bio-Branche mit wirklich großer Freude,“ so Siegfried Meyer, Milchbauer und Demeter-Vorstand der Molkerei. „Bauern, Molkerei, Demeter-Verband und Bio-Großhandel verstehen sich alle als Teil des Kreislaufes und nicht nur als ein Glied einer im Grunde zerstörerischen Kette, in der immer nur Preisdruck weitergereicht wird und Mengen und Qualitäten gefordert werden. Die aktuelle Lage zeigt: Wir sitzen alle im gleichen Boot. Die Landwirtschaft kann die Konsequenzen des Klimawandels nicht mehr alleine tragen.“

Durch die von Alnatura initiierte Aktion, die den Kontakt zu Brodowin herstellten, mindert der Bio-Fachhandel durch seinen Einsatz den enormen finanziellen Schaden der Demeter-Betriebe. Die Molkerei möchte einer Verknappung von Bio-Milch entgegenwirken und möglichst keinen Preisdruck an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergeben. Der Demeter-Verband hat zusammen mit den anderen Verbänden schnell eine länderübergreifende Futterbörse eingerichtet. Allen voran ging die Politik. Baden-Württemberg und Bayern haben im August den Katastrophenfall im Sinne des europäischen Ökorechts für landwirtschaftliche Ökobetriebe ausgerufen. Das bedeutet, dass konventionelles Futter zugekauft werden darf ohne Auswirkung auf die Bio-Kennzeichnung. Demeter hat sich angesichts der katastrophalen Lage mit einer Genehmigung für Grundfutter angeschlossen. Konventionelles Kraftfutter und andere Futtermittel bleiben bei Demeter ausgeschlossen.

„Denn es geht um das Überleben der Kühe, nicht um die Milchleistung,“ so Siegfried Meyer. „Der biodynamische Weg war und ist nicht einfach. Dabei sind wir weit mehr als ein Nischenprojekt für Idealisten. Bodenfruchtbarkeit, Tierwohl, qualitativ hochwertige Lebensmittel, die Zukunft einer regional verankerten Landwirtschaft, das wollen wir in die Zukunft tragen. Der Schulterschluss ist ein starkes Signal dafür, dass der Handel nun mehr Verantwortung übernimmt und den zusätzlichen Aufwand für die Anpassungen an den Klimawandel mitträgt. Denn eine gute Zukunft gestalten wir nur gemeinsam.“